Jubiläumsjahr 2021 - 900 Jahre jüdisches Leben in Thüringen

Der jüdische Hochzeitsring

Jüdisches Leben in Erfurt entdecken

Erfurt bietet seinen Besuchern vielerlei Möglichkeiten, sein reichhaltiges jüdisch-mittelalterliches Erbe zu erkunden. Lassen Sie sich ins Mittelalter entführen und erfahren Sie, wie die Mitglieder der jüdischen Gemeinde in engem Kontakt zu Christen ihren Alltag bestritten - ob in der Alten Synagoge, der mittelalterlichen Mikwe oder der kleinen Synagoge.

Nicht zuletzt ist am Benediktsplatz das „Steinerne Haus“ aus dem Jahr 1250 zu bestaunen. In der benachbarten Erfurt Tourist Information können Führungen zum Thema gebucht werden. 
In diesem Sinne: Bagrisung tsu herurt - herzlich willkommen in Erfurt!

Auf dem Weg zum Welterbe

In der Erfurter Altstadt lassen sich zahlreiche Spuren des jüdisch-mittelalterlichen Lebens entdecken. Mit der Bewerbung um die Auszeichnung "UNESCO-Weltkulturerbe" möchte die Stadt diese Bauwerke nun gesondert schützen. Zum jüdischen Erbe in Erfurt zählt die 2007 bei Grabungsarbeiten entdeckte Mittelalterliche Mikwe, ein Ritualbad, die Alte Synagoge, die den „Erfurter Schatz“ ausstellt, und die Kleine Synagoge, die heute eine Begegnungstätte ist, sowie zahlreiche Grabsteine. Der Bewerbungsprozess Erfurts begann bereits vor einigen Jahren. Die UNESCO wird als letzte Instanz voraussichtlich zwischen 2020 und 2022 über die Bewerbung entscheiden.

 

Weitere Informationen

Die Alte Synagoge


Museen und Begegnungsstätten


Weiterhin Sehenswert

Mittelalterlicher Jüdischer Friedhof

Der mittelalterliche Jüdische Friedhof befand sich dort, wo heute die Große Ackerhofgasse zu finden ist. Er wurde glaubensgetreu außerhalb der damaligen Wohngebiete angelegt. Wann genau die erste Bestattung stattfand, ist bisher unklar. Die ältesten, noch erhaltenen Steine stammen aus dem 13. Jahrhundert. Obwohl ein Großteil des Friedhofes im 15. Jahrhundert zerstört wurde, konnten zahlreiche Grabsteine geborgen werden und sind heute im Hof der Alten Synagoge ausgestellt. Weitere Grabsteine befinden sich im Keller des „Steinernen Hauses“ und können dort im Rahmen einer Führung besichtigt werden.

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Alter Jüdischer Friedhof

Unterhalb des Egaparks, zwischen den Häusern Cyriakstraße 3 und 4, befindet sich der Alte Jüdische Friedhof. Als sich im 19. Jahrhundert wieder eine Gemeinde in Erfurt entwickelte, hatte man hier 1811 den ersten Begräbnisplatz angelegt. Nachdem der Friedhof zu klein wurde, wich die Gemeinde auf den Neuen Jüdischen Friedhof aus. Während und nach dem zweiten Weltkrieg litt der Friedhof unter Zerstörungen, Verwüstungen und Umnutzungen. 2007 wurde der Friedhof mit einem Gedenkstein und einer Info-Stele neugestaltet.

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Neuer Jüdischer Friedhof

Das schnelle Anwachsen der Erfurter jüdischen Gemeinde im 19. Jahrhundert führten dazu, dass sich die Fläche de Alten Jüdischen Friedhofs als zu klein für weitere Bestattungen erwies. Im Süden der Stadt, an der Thüringenhalle, fand man im Jahr 1871 ein geeignetes Gelände, das groß genug war, alle Anforderungen zu erfüllen. Bis heute ist er der einzige, aktive jüdische Friedhof in Thüringen. Er beherbergt Grabsteine vom 19. Jahrhundert bis heute.

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Erfurter Schatz

Im Keller der Alten Synagoge ist der "Erfurter Schatz", ein 1998 in unmittelbarer Nähe der Synagoge geborgener gotischer Schatzfund aus dem 13./14. Jahrhundert, zu sehen. Er ist in Art und Umfang mit 3.141 Silbermünzen, 14 Silberbarren, über 700 gotischen Gold- und Silberschmiedearbeiten sowie dem jüdischen Hochzeitsring weltweit einzigartig. Im ehemaligen Ballsaal des Denkmals aus dem späten 19. Jahrhundert zeugen die Erfurter Hebräischen Handschriften aus dem 12.- 14. Jahrhundert von der geistigen Blütezeit der ersten jüdischen Gemeinde Erfurts.

 

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Neue Synagoge Erfurt

Die neue Synagoge wurde 1952 eingeweiht und ist damit der einzige, reine Synagogenneubau nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Gebiet der DDR. Heute bildet sie den Mittelpunkt einer lebendigen Gemeinde. Hier werden unter anderem die wöchentlichen Schabbat-Gottesdienste gefeiert, die auch nichtjüdischen Besuchern offen stehen.

 

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DenkNadel

Neun DenkNadeln im Erfurter Stadtgebiet erinnern seit dem Jahre 2009 an während der NS-Zeit deportierte und ermordete Juden aus Erfurt. Das Projekt ist eingebunden in das Netzwerk "Jüdisches Leben Erfurt", welches über Aktionen, Denktage und Schulprojekte weiterführende Aufklärungs- und Vermittlungsarbeit leistet. 

 

 

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Führungen zum Thema


Die Mikwe

Über die UNESCO

Die UNESCO ist eine Organisation der Vereinten Nationen und hat unter anderem die Aufgabe, Weltkultur- und Weltnaturerbe zu verwalten und zu schützen. Orte, Gebäude und Landschaften, denen die UNESCO besonderen Wert zuspricht, werden auf die „Liste des Welterbes“ gesetzt. Deutschlandweit sind 42 Stätten in dieser Liste vertreten, darunter die Wartburg bei Eisenach, die Bauhaus-Zeugnisse in Weimar, Dessau und Bernau sowie der Nationalpark Hainich bei Bad Langesnsalza. Diese Ernennung zum Welterbe ist mit der Verpflichtung der Stätten, diese zu schützen und als Erbe für die nächsten Generationen zu erhalten, verbunden. Eine Bewerbung um den Titel "Welterbe" ist ein langjähriger Prozess. Es gibt strenge Kriterien, die erfüllt werden müssen. Eine Stätte muss zum Beispiel gut erhalten und historisch echt sein. Jährlich prüft ein, von der UNESCO erstelltes Komitee, ob die einzelnen Bewerber diese Kriterien erfüllen und aufgenommen werden können. 

 


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