THE DIAMOND GARDEN (Diamantgarten)

Zeitgenössische Landschaftsarchitektur am Lauentordreieck

Im Rahmen des Projekts "Lauentordreieck" sind im BUGA-Jahr 2021 mit dem DIAMOND GARDEN auf einer ca. 1.300 m² großen Fläche auf dem Areal des Petersberges temporäre Gartenmotive entstanden, die insbesondere Privatpersonen Anregungen für eine hochwertige und qualitätsvolle Gartengestaltung geben sollen. Ein weiteres Ziel der Umgestaltung waren die Aufwertung und Belebung der ehemaligen Brachfläche.


Das sog. Lauentordreieck liegt an der Lauentorstraße, südwestlich bzw. südöstlich der Bastion Kilian unterhalb der Festungsmauer der Festung Petersberg. Das ausgewählte Bearbeitungsgebiet sollte als eine "Experimentierfläche" dienen und neue Impulse für zeitgemäße Gärten im urbanen Raum aufzeigen. Um dies zu realisieren, arbeitete die Stadt Erfurt mit jungen Menschen/angehenden Planern zusammen, um ihnen die Möglichkeit zu bieten, vom Entwurf bis zur Ausführung neue kreative Ideen zu entwickeln, zu vertiefen und umzusetzen. Hierfür entstand eine Kooperation mit der Hochschule Versailles und der Fachhochschule Erfurt Studierende beider Hochschulen entwickelten fast 30 unterschiedliche Entwürfe, von denen der Entwurf "THE DIAMOND" (von Hélène Charbonneau) von einer Jury zur weiteren Ausarbeitung ausgewählt wurde. Der Entwurf orientiert sich an der zacken- bzw. sternförmigen Grundgestalt der Zitadelle Petersberg mit ihren Bastionen und Ravelins. Daraus abgeleitet wurden Diamanten und Diamantsplitter, die sich in Form von Beeten über die Fläche verstreuen und als Hochbeete auch sprichwörtlich in die Höhe wachsen sollen.

Die Flächengliederung aus dem Gewinnerentwurf "THE DIAMOND" gab den gestalterischen Rahmen für die konkretisierende Planung vor, in dessen Kontext sich die Studierenden frei bewegen konnten. So tragen die 18 Beete des DIAMOND GARDEN neun unterschiedliche Handschriften, wobei die unterschiedliche Herangehensweisen der französischen und deutschen Studierenden dem Betrachter stetig spannungsvolle Bilder liefern sollen.



Die von den Studierenden der beiden Hochschulen entwickelten Konzepte wurden im Sommer 2021, parallel zum Bau des 1.Bauabschnitts des Bastionskronenpfades, umgesetzt. Gebaut wurde das Projekt durch die Gärtner*innen des Erfurter Garten- und Friedhofsamtes, mit Unterstützung durch die Jugendberufsförderung ERFURT gGmbH. Die Studierenden wie auch die Lehrenden beider Hochschulen waren, trotz Pandemie, auch in den Prozess von Bau und Bepflanzung eingebunden.

18 Beete bilden seit der Eröffnung im Oktober 2021 zusammen den DIAMOND GARDEN. Diese zumeist angeschrägten Hochbeete sind von einer Wassergebundene Wegedecke umgeben, damit sie allseitig erreicht und betrachtet werden können. Ein Teil dieser Beete ist mit einer Konstruktion aus Stahlstäben überspannt, um die Form der Diamanten und Diamantsplitter auch dreidimensional anzudeuten. Ein Holzdeck mit mediterranen Kübelpflanzen und vorgelagerter Sitzstufe bereitet Urlaubsstimmung, das angrenzende Beet mit Lavendel und anderen Kräutern bringt den Duft nach Frankreich mit.

Eine großzügige Eckbank an der Bastionsmauer sowie Bänke auf dem Plateau des begehbaren Diamanten laden ebenfalls zum Verweilen ein.

Die Bepflanzung erfolgte mit winterharten Stauden und Gräsern. Somit bieten die Beete das ganze Jahr hindurch interessante und attraktive Aspekte, nicht nur durch ihre Blüte, sondern auch durch Laubfärbung und Strukturen. Ausschließlich auf dem Holzdeck befinden sich nicht frostharte mediterrane Kübelpflanzen.


Das könnte Sie auch interessieren