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750 Jahre Erfurter Augustinerkloster
| Stadtmarketing Erfurt Erfurt Tourismus

Koordinationsbüro für Jubiläumsjahr nimmt Arbeit auf – Festprogramm für 2027

Es wird ein Fest, das ein ganzes Jahr lang dauert: 2027 wird das Erfurter Augustinerkloster 750 Jahre alt. Am 1. September 1277 stellte Bischof Incelerius von Budua eine Urkunde zum Neubau des Klosters der Augustiner-Eremiten in Erfurt aus. An dieses historische Ereignis wird mit vielen Veranstaltungen im Jubiläumsjahr erinnert. Dafür nahm jetzt ein Koordinationsbüro seine Arbeit auf.

Christian Fothe, Geschäftsführer der Erfurt Tourismus und Marketing GmbH, erklärt dazu: „750 Jahre Augustinerkloster sind ein besonderer Anlass, diesen einzigartigen Ort und seine Geschichte weit über Erfurt hinaus sichtbar zu machen. Das Augustinerkloster ist untrennbar mit der Geschichte Martin Luthers verbunden und macht wie kaum ein anderer Ort in Thüringen erlebbar, wie eng persönliche Lebenswege, Glaube und große historische Entwicklungen miteinander verbunden sind. Zugleich steht das Kloster für gelebte Gastfreundschaft und die kulturelle Strahlkraft Thüringens. Wir freuen uns darauf, dieses besondere Jubiläum gemeinsam mit der Thüringer Tourismus GmbH zu vermarkten und Gäste aus nah und fern in Erfurt willkommen zu heißen.“

Projektkoordinator Maximilian Gutberlet bereitet mit dem Team des Evangelischen Augustinerklosters ein vielseitiges Programm für das ganze nächste Jahr vor. Geplant sind unter anderem Festgottesdienste, Führungen, Vorträge, Konzerte und Theateraufführungen. Viel Arbeit für Gutberlet, der sich aber auch darauf freut: „Es ist eine tolle Gelegenheit, Menschen an diesen ganz besonderen Ort einzuladen, mit seiner Schönheit, historischen und geistlichen Tiefe, aber gleichzeitig auch einer Atmosphäre von Frieden im Hier und Jetzt. Ein Höhepunkt wird die Festwoche vom 3. bis 12. September sein, in der das Kloster in Luthers Zeiten zurückversetzt wird und jeden Tag etwas Besonderes stattfindet.“

Die Verbindung von Geschichte und Gegenwart liegt auch Augustinerpfarrer Bernd Prigge am Herzen: „Das Augustinerkloster in Erfurt ist so etwas wie die Seele Thüringens mit seiner bewegten Geschichte. Am Anfang stand der Bettelorden, dann kämpfte Luther hier um sein Seelenheil, es wurde zum Ort von Bildung und Nächstenliebe als Gymnasium und Waisenhaus.“

Seit dem 19. Jahrhundert entwickelte sich das Ensemble sogar zur Stätte der Demokratiegeschichte, so Prigge weiter: „Damals wollte der preußische König unter seinen Fittichen Deutschland im Kloster einigen. Später wurde hier die Katastrophe des Zweiten Weltkriegs mit vielen Opfern durchlitten. Und zu DDR-Zeiten sorgte die Kirche mit ihrer Predigerschule für den Nachwuchs außerhalb des staatlichen Systems und gab Raum für andere Meinungen fernab der SED.“ Zu und nach der Friedlichen Revolution 1989 war das Kloster ein offener Begegnungsort mit einem Gästehaus für Menschen aus aller Welt – sogar Papst Benedikt XVI. war hier. „Das Augustinerkloster ist ein Ort des Glaubens, der Geschichte, des Scheiterns, des Leids, der Begeisterung und der Neuaufbrüche – eben ein nationales Denkmal im Herzen Thüringens.“