Ehemalige Judenhäuser
Station 18
Ab 1354 ließen sich in Erfurt wieder jüdische Familien nieder. Die zweite jüdische Gemeinde entwickelte sich erneut zu einer der größten im nordalpinen Reich. Die ersten Familien wohnten vorwiegend in Häusern direkt hinter dem Rathaus, für weitere Zuwanderer ließ der Rat Reihenhäuser am Ufer des Flusses Gera errichten. Ein Zinsregister belegt, dass hier teilweise mehrere Familien in einem Haus zur Miete lebten.
Sie befinden sich im letzten erhaltenen der ehemaligen Judenhäuser, hier wohnte 1360 Isaak der Fleischer. Isaak war einer von mehreren Metzgern, die die Gemeinde mit koscher geschlachtetem Fleisch versorgten. In einem anderen Judenhaus sind die Fleischer Jakob und Josef nachweisbar.
Für die Zeit nach 1360 sind in Erfurt weitere Tätigkeiten belegt: etwa Gemeindebedienstete, häusliche Dienstboten, Schreiber, ein Buchbinder, eine Hebamme und drei Männer, die aus Widderhörnern Schofarot herstellten, die an Jom Kippur und zum jüdischen Neujahr geblasen werden. Auch während der zweiten Gemeinde betrieben viele Juden Geldhandel.