Das Zentrum der zweiten jüdischen Gemeinde
Station 17
Der heute als Parkplatz genutzte Bereich hinter dem Rathaus war bis zum Zweiten Weltkrieg dicht bebaut. Spätestens nach 1360 waren die Häuser zum Teil von Juden bewohnt. Daneben befanden sich hier zeitweilig Marstall und Münzstätte der Stadt.
In diesem Bereich, in unmittelbarer Nähe zur Synagoge, lagen etwa der Gemeindebrunnen und die Wohnung des Schulklopfers, des Synagogendieners. Das benachbarte Haus, in dem zunächst der aus Schlesien stammende Loszer von Liegnitz wohnte, wurde spätestens 1370 von der jüdischen Gemeinde übernommen und seit 1388 als Tanzhaus (tanczhuys) bezeichnet. Es handelte sich dabei wohl um das jüdische Gemeindehaus, in dem Hochzeiten und andere Feste gefeiert wurden. Der bedeutende Rabbiner Israel aus Brünn erwähnte es in der Zeit nach 1400 daher als „Brauthaus“.