Jüdische Gemeindebäckerei in der Hefengasse
Station 16
Vor dem Bau der Rathausbrücke befand sich neben der Krämerbrücke der Mühlhof mit einer bereits 1248 urkundlich belegten Mühle. Bei archäologischen Ausgrabungen anlässlich des Neubaus der Hefengasse 1 (heute Cognito) direkt daneben wurde ein enorm großer Backofen gefunden. Für eine private Bäckerei war er mit einem äußeren Durchmesser von 6,90 m viel zu groß und selbst professionelle mittelalterliche Backöfen sind in dieser Größe bisher nicht bekannt.
Nach archäologischer Datierung wurde der Ofen im 12./13. Jh. errichtet, mögliche jüngere Nutzungshorizonte, wie sie nach den Schriftquellen auf dem Grundstück zu erwarten wären, haben sich leider nicht erhalten. Ein Eintrag im Judenbuch belegt die „Bäckerei der Juden“ auf dem Grundstück für 1407 in einer indirekten Erwähnung: „Die zwei Häuser des Simon von Köln und seiner Frau Kela gegenüber der Bäckerei der Juden“.
Generell ist bekannt, dass Standorte von Bäckereien über Jahrhunderte unverändert blieben. Vermutlich spielt der große Aufwand dabei eine Rolle, der für einen feuersicheren Backofen nötig war. Ideal war natürlich der Standort direkt neben einer Mühle. Für diese Kombination gibt es in Erfurt mehrere Beispiele.