Ursprünglicher Zugang zur Alten Synagoge: Haus zum Kaffenberg

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In der Zeit der ersten Bauphase der Alten Synagoge entstanden um 1100 Straßenfluchten und Parzellen in diesem Bereich der Stadt. 1310 wurde das Grundstück erstmalig als „Durchgang zur Synagoge“ erwähnt. Die Besitzer waren Abraham von Rothenburg (s. Nrr. 8 und 9) und die jüdische Gemeinde. Nach dem Pogrom an den Erfurter Juden am 21. März 1349 eignete sich der Stadtrat das Grundstück an, seitdem sind ausschließlich christliche Bewohner nachweisbar. Im 14. Jahrhundert wohnten in den Nachbarhäusern christliche Goldschmiede, darunter Johannes Nase, von dem sich Stempel auf Silberbarren im Erfurter Schatz befinden.

Aus der Zeit nach 1430 stammen die ältesten Hölzer des Hauses, von spätestens 1460 stammte eine farbig gefasste hölzerne Ladenfassade. 1510 erscheint der Hausname „Zum Kaffenberg“, Besitzer war der Händler Claus Gronenberg. In diese Zeit datiert die Hauptbauphase des heute noch erhaltenen Gebäudes (1532). 1650 wohnte hier der Orgelbauer Ludwig Compenius. Von ihm stammen unter anderem die Orgeln in der Michaelis- und Predigerkirche. 1748 ließ Stadthauptmann Johann Wilhelm Planert das Haus umgestalten. 1820 kaufte der Gastwirt Zacharias Zacher das Anwesen und richtete ein Kaffeehaus ein. 1890 wurde im Obergeschoss das prächtige „Kaiserzimmer“ eingebaut. 1926 führte der damalige Besitzer Willi Anders den Gaststättennamen „Feuerkugel“ ein. 2002 wurde das Haus von Jutta Heidemann erworben und denkmalgerecht saniert.

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