Das Steinerne Haus

Station 3

Eingebettet in diesen Gebäudekomplex befindet sich ein herausragendes Zeugnis spätmittelalterlicher profaner Baukunst, das sogenannte Steinerne Haus. Aus seiner Erbauungszeit um 1250 haben sich außergewöhnlich viele Strukturen erhalten, darunter die Portale zu den beiden Hauptgeschossen, die Westfassade, der östliche Treppengiebel und die Dachwerkshölzer. Das Dach war nachweislich mit Stroh gedeckt.

Europaweit einzigartig ist die erhaltene Ausstattung des Obergeschossraumes mit spitzbogiger Lichtnische samt Rauchabzug, kaum veränderten Außenwänden mit Ritzfugen sowie einer farbig gefassten Holzbalkendecke, deren Balken auf 1247 datiert werden konnten. Wie in einer Zeitkapsel ist hier die Ausstattung eines privaten Wohn- und Geschäftsraums erhalten geblieben. Das Haus befand sich vor 1293 in Besitz der Jüdin Riche, die Parzelle war aber wahrscheinlich schon deutlich länger von Juden bewohnt.

Das Steinerne Haus wurde gemeinsam mit der Alten Synagoge und der Mikwe 2023 in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen.

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