Judengasse
Station 2
Mitten im jüdischen Viertel, direkt am Kreuzungspunkt wichtiger europäischer Fernstraßen befindet sich dieser Gebäudekomplex aus fast einem Dutzend seit dem 12. Jh. errichteter Bauten. Die einzelnen Häuser waren bis ins 15. Jahrhundert fast ausschließlich von Jüdinnen und Juden bewohnt Diese gingen verschiedenen Berufen nach, sind v.a. im Geld- und Fernhandel nachweisbar. Der steinerne Bogen in der gegenüberliegenden Wand wurde um 1300 wohl von der Familie des Salman von Würzburg als offenes Verkaufsgewölbe vorgesehen.
Sie stehen auf einer ehemaligen Gasse, die im Laufe des Spätmittelalters geschlossen und zu einem privat genutzten Hof umgestaltet wurde. Nach der Vertreibung der Juden aus Erfurt in den 1450er Jahren wurde der gesamte Häuserblock des Hauses zum Paradies (heutige Tourist Information) von der reichen christlichen Familie Kellner erworben, die 1469 den großen Fachwerkspeicher am hinteren Ende des Hofes errichten ließ.