Haus zum weißen Kreuz
Station 11
1186 wurde hier eine unterkellerte zweigeschossige steinerne Kemenate zurückgesetzt von der Straße errichtet. Gemeinsam mit dem heutigen Nachbargrundstück Nr. 10 bildete es eine Großparzelle. Diese wurde im 13. Jahrhundert in die heutigen Nrr. 9 und 10 aufgeteilt und das steinerne Vorderhaus an der Straße wurde errichtet. 1351 entstand der dreigeschossige nördliche Bau an der Straße.
Wie vor 1349 siedelten sich auch zur Zeit der zweiten jüdischen Gemeinde Juden in der Michaelisstraße an, hier im Haus sind 1371 als erste Juden Oyge von Duderstadt und Samson von Nordhausen nachgewiesen. Spätestens ab 1407 lebte hier die jüdische Familie von Arnstadt, Mitte des 15. Jahrhundert ist als letzter Jude in Erfurt Isaak von Arnstadt nachgewiesen. Seit 1454 lebten keine Juden mehr in der Stadt.
1470 erwarb der Patrizier und Tuchhändler Dietrich von der Sachsen, der zu dieser Zeit den Krönbacken bewohnte, beide Häuser vom Stadtrat. 1535/1541 wurden alle drei Hausteile durch die Patrizierfamilie von Milwitz umgebaut und auch ein neues Dach errichtet. Davon zeugen noch heute die Vorhangbogenfenster des Saals. Dem reichen Ratsherrn und Waidhändler Dietrich Nacke gehörten 1638 ebenfalls das weiße Kreuz und der Krönbacken. Im Haus wohnen im Laufe der Jahrzehnte des 18. Jahrhunderts u.a. die Biereigin Langguth, der Regierungsrat von Gudenus und der Obersteuereinnehmer Schuck. Bereits 1789 wurde das Gasthaus „Zum goldenen Schwan“ eingerichtet. Im 19. und 20. Jahrhundert betreiben verschiedene Familien die Gast- und Schankwirtschaft. Nach der grundlegenden Sanierung wurde hier 2003 erneut ein Gasthaus eröffnet.