Mittelalterliche Mikwe
Station 13
2007 entdeckten Archäologen die mittelalterliche Mikwe. Das jüdische Ritualbad stammt aus dem 13. Jahrhundert und wird 1248 /49 erstmals schriftlich erwähnt. Eine Mikwe ist ein jüdisches Tauchbad, das der rituellen Reinigung dient. Neben der Synagoge und dem Friedhof gehört sie zu den wichtigsten Einrichtungen einer jüdischen Gemeinde.
Im Mittelalter war die Umgebung der Mikwe dicht bebaut, hier wohnten Juden und Christen Tür an Tür. Eine heute überbaute Gasse war der kürzeste Weg von der Mikwe zur Alten Synagoge, dem ersten Gotteshaus der jüdischen Gemeinde. Diese Gemeinde wurde 1349 in einem Pogrom ausgelöscht. Juden, die sich ab 1354 in Erfurt ansiedelten, nutzten erneut die Mikwe, während die Alte Synagoge bereits in ein Lagerhaus umgebaut worden war. 1453 wurden alle Juden aus Erfurt verwiesen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt endete die jüdische Nutzung der Mikwe. Das Wasserbecken wurde verfüllt, die Mikwe als Keller genutzt.
Die Mikwe ist ein Teil des Netzwerks „Jüdisches Leben Erfurt“. Sie kann im Rahmen von Führungen besichtigt werden.