Hoher Weg

Station 6

Rechts von Ihnen, an der Stelle der modernen Ladenfassade, befand sich bis ins späte Mittelalter eine Gasse – der sog. Hohe Weg. Er war die kürzeste Verbindung zwischen Synagoge und Mikwe, führte aber auch in den Bereich um die Furt, die der Stadt den Namen gab.

Sehr bemerkenswert ist, dass sich an allen vier Ecken der leicht versetzten Kreuzung Waagegasse/Hoher Weg/Michaelisstraße romanische Steinbauten des 12. Jahrhunderts nachweisen lassen. Dies zeigt die große Attraktivität des Gebietes um die Synagoge in der Frühzeit der Stadt für Händler und andere Mitglieder der Oberschicht an. Dass darunter auch Juden waren, die Handel trieben, deuten Verkaufsgewölbe einer steinernen Erweiterung des Hauses zum Greifenstein (heutige Nr. 46) um 1300 an, als Salib und Seligkind dieses Haus bewohnten. Bis zum Pogrom 1349 lässt sich hier ein Jude mit dem sprechenden Namen „Meir am Hohen Weg“ nachweisen – Zeichen des Stolzes und der Bekanntheit des Ortes.

Schon um 1300 war aus der breiten Gasse, die mit Wagen befahren werden konnte durch den Einbau eines Hauses eine schmale Fußgängergasse geworden, die aber immer noch die Verbindung zur Mikwe ermöglichte. Vermutlich nach dem Pogrom, sicher aber im 14. Jh., wurde die Gasse durch einen Neubau an der Michaelisstraße mit zwei Verkaufsgewölben endgültig geschlossen.

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