Bauhaus in Erfurt - Top-Themen - Erfurt Tourismus

Bauhaus in Erfurt

100 Jahre Bauhausjubiläum

In Erfurt findet sich echter Bauhaus-Stoff und das im wahrsten Sinne des Wortes. Das Margaretha-Reichardt-Haus im Erfurter Ortsteil Bischleben widmet sich dabei ganz dem Lebenswerk der namensgebenden Bauhausabsolventin und Handwebmeisterin. Sie entwarf verschiedenste Stoffe für Wand- und Bodenteppiche, Kleiderstoffe, Möbel- und Dekostoffe. So wundert es nicht, dass sich Erfurt neben Weimar zu einem Zentrum der modernen Kultur des frühen 20. Jahrhunderts entwickelte. 

Bei einem Spaziergang durch die Stadt kann auch heute noch das Vermächtnis dieser Zeit bestaunt werden, denn man trifft unausweichlich auf die wichtigen Foren für die Avantgarde und deren Werke, welche Kunstvereine, Mäzene und Industrielle einst schufen.  Auch die im klassischen Stil der Moderne errichteten Gebäude oder sogar ganze Wohnviertel repräsentieren die Ideen der Bauhaus-Künstler bis heute.


Neues Bauen in Erfurt

1927 wurde in der Innenstadt ein unübersehbares Zeichen für das Neue Bauen in Erfurt gesetzt. Am Anger 26 wurde im Auftrag von Alfred Hess ein Geschäftshaus umgebaut.

Weitere wichtige Gebäude dieser Zeit sind das Schellhornhaus (Neuwerkstraße 2) und das Haus des Deutschen Handlungsgehilfen-Verbandes (Anger 81). Letzteres ist gleichzeitig auch das erste Hochhaus der Stadt mit sechs Etagen und einer Gesamthöhe von 21 Metern.

Als besonderes Beispiel für den sozialen Wohnungsbau des Neuen Bauens in Erfurt muss der Wohnkomplex „Hansa-Block“ erwähnt werden.

Aber auch sehenswerte Einzelwohnhäuser wie das Wohnhaus des Direktors des städtischen Museums Walter Kaesbach (Nerlystraße 11) finden sich in der Stadt. Das Haus des Direktors wurde nach Entwürfen des Architekten Karl Meinhardt erbaut. Außerdem soll Lyonel Feininger hier für einige Jahre als Gast Kaesbachs gewohnt haben.

DHV-Haus am Erfurter Anger

Geschäftshaus Schellhorn in der Neuwerkstraße

Hansa-Block in Erfurt

Moderne Architektur in Erfurt

AOK-Verwaltungsgebäude 

Augustinerstraße3                                                                                                        

Nach nur 14 Monaten Bauzeit wurde 1929 der Verwaltungssitz der Allgemeinen Ortskrankenkasse fertiggestellt. Der Bau der Architekten Theo Kellner und Felix H. Hinssen zeichnet sich durch eine klare Front aus hellem Sandstein mit zurückgesetztem Eingangsbereich aus.  Dort befindet sich auch ein Wandrelief des Erfurter Bildhauers Hans Walther.

Sparkassen-Gebäude (Falkner-Haus) 

Anger 25

Das Gebäude der Sparkasse am Anger gehört zu den bedeutendsten Bauten der klassischen Moderne in Erfurt. Der großzügige Bankenbau wurde ebenfalls 1929 unter der Leitung der Architekten Johannes Klass und Ludwig Boegl erbaut. Zwei allegorische Figurenreliefs verzieren den Eingangsbereich an beiden Seiten: links die leichtsinnige Geldverschwendung und rechts das vorsorgende Sparen.

Augustinerkloster – Neubau Bibliothek und Waidhäuser

 Augustinerstraße 10

Junk & Reich Architekten BDA, Planungsgesellschaft mbH, Weimar

Das Evangelische Augustinerkloster Erfurt ist ein einmaliges Baudenkmal mittelalterlicher Ordensbaukunst und eine der berühmtesten Stätten der Reformation. Als wahrscheinlich berühmtesten Bewohner beherbergte das Kloster den Reformator Martin Luther von 1505 bis 1511. Am 25. Februar 1945 wurden die Waidhäuser und Klosterbibliothek auf dem Gelände durch einen Bombenangriff zerstört. Dabei wurden 267 Menschen getötet, die im Keller Schutz suchten. Zwischen 2007 und 2010 wurden beide Bauwerke korrespondierend zueinander an der ursprünglichen Stelle der alten Häuser neu errichtet. Grundlage für die Formsprache der neuen Gebäude lieferten Bilder der historischen Bauten. Über den noch bestehenden Mauern des historischen Hausbestandes schwebt das neue Bibliotheksgebäude, das auch den Ort der Stille, in Erinnerung an die Opfer des Bombenangriffs, darin unterbringt. Heute ist das Kloster ein ökumenisches Tagungszentrum, Beherbergungsbetrieb sowie bedeutende Luther-Gedenkstätte.

Theater Erfurt

Placidus-Muth-Straße 1

PFP Architekten BDA, Hamburg WES & Partner Landschaftsarchitekten, Hamburg

Das Theater, welches 2003 erstmals seine Pforten öffnete, zählt zu den modernsten Spielstätten Europas. Gelegen zwischen Mariendom und der barocken Festungsanlage Petersberg befindet es sich auf dem neu gestalteten Theaterplatz. Das vom Architekturbüro Professor Jörg Friedrich PFP, Hamburg erbaute Theater erhielt 2004 den Thüringer Staatspreis für Architektur und Städtebau.

Erfurter Hauptbahnhof

Willy-Brandt-Platz 12

Gössler Kinz Kreienbaum Architekten BDA, Hamburg WES & Partner Landschaftsarchitekten, Hamburg

Der Erfurter Hauptbahnhof​​​​​​​ wurde von 2001 bis 2008 um- und neugebaut. Er ist eines der wichtigsten ICE-Drehkreuze in der Mitte Deutschlands. Während der siebenjährigen Bauarbeiten wurde die Vorempfangshalle als denkmalgeschützter Bau aufwendig saniert. Als I-Tüpfelchen erhielt sie als Erweiterung eine neue gläserne Bahnhofshalle. Im Jahr 2009 erhielt das Ensemble, welches vom Büro GÖSSLER | KINZ | KERBER | KREIENBAUM aus Hamburg entworfen wurde, eine Auszeichnung als Bahnhof des Jahres.

TOTAL Tankstelle

Arnstädter Straße 36

Johannes Klaß, Leiter Hochbauamt Erfurt

1930 gab die Deutsche Petroleum-Verkaufs GmbH OLEX das erste Tankstellengebäude Erfurts in Auftrag. Es weist eine auffallend symmetrische Gliederung auf und war ursprünglich in die drei Bereiche Verkaufsraum, Werkstatt und Büro untergliedert. Von Anfang an gab es hier zwei Spuren für die heranrollenden Autos. Die damals moderne Tankstelle entsprach in wesentlichen Zügen der sich in den 20er-Jahren durchsetzenden Trennung des Verkehrs durch Zu- und Abfahrt.


Alfred-Hess-Villa in Erfurt

Zentrum der modernen Kunst

Was Edwin Redslob als Museumsdirektor des Angermuseums im frühen 20. Jahrhundert begann, führte sein Nachfolger Walter Kaesbach in seiner Amtszeit von 1920 bis 1925 fort: den Aufbau einer bedeutenden Sammlung moderner Kunstwerke der Avantgarde. Da seitens der Stadt keine finanziellen Zuwendungen gewährt wurden, ist es vor allem den Förderern in Form von Kunstvereinen und Mäzenen zu verdanken, dass diese bedeutende Kunstsammlung entstehen konnte. Einer dieser Gönner war der Unternehmer und Kunstliebhaber Alfred Hess, welcher ab 1919 regelmäßig Ankäufe von Gemälden ermöglichte und die Werke anschließend dem Museum überließ. Neben dieser Unterstützung ermöglichten die Gelder von Hess auch die Ausmalung eines Raumes im Erdgeschoss des Museums durch den Expressionisten Erich Heckel. So entstand Stück für Stück eine der bedeutendsten Sammlungen deutscher expressionistischer Werke im Erfurter Angermuseum.

Der größte Teil dieser bedeutenden Sammlung fiel allerdings den Nationalsozialisten zum Opfer. So wurden über 1000 Werke im Jahr 1937 als „Entartete Kunst“ aus dem Museum entfernt. Allerdings blieb der erwähnte „Heckelraum“ mit dem Wandmalereizyklus „Lebensstufen“ erhalten, der auch heute noch besichtigt werden kann.

Im Erfurter Süden erinnert die Villa von Alfred Hess an eine Zeit, in der die Stadt als Treffpunkt für Künstler und Architekten der Moderne galt und Persönlichkeiten wie Walter Gropius, Lyonel Feininger, Otto Dix, Paul Klee, Erick Heckel, Emil Nolde oder Gerhard Marcks hier zusammen kamen. Aktuell wird das Gebäude vom Städte- und Gemeindebund Thüringens genutzt.


Bauhaus-Künstler in Erfurt


Ausstellungen zum Bauhaus-Jubiläum 2019

Vier "Bauhausmädels"

24.03.-16.06.2019 Angermuseum Erfurt

Gertrud Arndt, Marianne Brandt, Margarete Heymann und Margaretha Reichardt 

Junge Frauen am Bauhaus wurden für ihren Mut bewundert, die ausgetretenen Pfade der Gesellschaft zu verlassen. Exemplarisch werden die Biografien von vier erfolgreichen Gestalterinnen, Gertrud Arndt (Fotografie), Marianne Brandt (Metall), Margarete Heymann-Loebenstein-Marks (Keramik) und Margaretha Reichardt (Textilien), beleuchtet, die mit Thüringen verbunden sind und die Gewerke Fotografie, Metall, Keramik und Textil repräsentieren.

Für seine Schülerinnen repräsentierte das Bauhaus eine entscheidende biografische Weichenstellung. Die vergleichsweise freie Entfaltung in der Lern- und Lebensgemeinschaft war schon in der zeitgenössischen Wahrnehmung ein bedeutsames Charakteristikum des Bauhauses. Der Begriff des »Bauhausmädels«, in seiner Zeit als Kompliment gemeint, drückt eine stille Bewunderung für jene jungen Frauen aus, die in einem mutigen Schritt ihre üblichen Bestimmungen zwischen Hausfrau, Ladenmädel und Stenotypistin verließen, um sich eine andere, schöpferische Zukunft zu erschließen.

Bildermagazin der Zeit.

05.09.-01.12.2019 Angermuseum Erfurt

László Moholy-Nagys und Joost Schmidts verlorenes Bauhaus-Buch – Ein Konstruktionsversuch

Ein Thema, das in den Ankündigungen der legendären Reihe der Bauhaus-Bücher immer wieder aufscheint, ist das »Bildermagazin der Zeit«. Von Herausgeber László Moholy-Nagy als kritische Bestandsaufnahme gedacht, sollte der Typograf Joost Schmidt Vorschläge für eine »richtige« Illustrierte unterbreiten. Die Ausstellung zeigt dazu originale Beispiele von den Kiosken jener Tage – populäre Heftmagazine und aufwändige Lifestyle-Blätter ebenso wie wichtige deutschsprachige und internationale Periodika der Publikumspresse. Sie begleitet eine Publikation, die sich an einer Konstruktion dessen versucht, wie ein Bauhaus-Buch über Zeitschriften der 1920er Jahre argumentiert haben könnte.

Basierend auf Moholy-Nagys Überlegungen zur Neuen Typografie und insbesondere seinem bekannten Aufsatz zu den »Richtlinien für eine synthetische Zeitschrift« (1925) wird das unvollendete Vorhaben vor dem Hintergrund des generellen Iconic Turn jener Epoche diskutiert und an zahlreichen Bildbeispielen verdeutlicht.

Bauhaus Frauen

19.04. – 14.07.2019 Kunsthalle Erfurt

Im Kontrast zum historischen BAUHAUS ist heute die Emanzipation der Frauen in der Kunst selbstverständlich. Aktuelle Werke von starken 'Bauhausfrauen' unserer Zeit präsentiert die Ausstellung. Exemplarisch werden dazu die Werke von 35 Lehrerinnen und Absolventinnen der Fakultäten Kunst und Gestaltung sowie Architektur der Bauhaus-Universität Weimar gezeigt.


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Videos zum Bauhaus-Jubiläum

Thüringen - Entdecke die Wiege des Bauhauses

Thüringen - Erlebe das Experiment Bauhaus


Bauhaus-Broschüren

100 jahre bauhaus

Bauhaus.Moderne.Design

100 years of bauhaus

Bauhaus.Modernism.Design

Architektur zeitgenössisch

Ein „baukultureller Stadtspaziergang“